Die 2. Raunacht

Februar

Vielleicht spürst du heute eine ganz andere Energie als gestern – auch wenn immer noch Weihnachten und ein Feiertag ist und du den Tag vielleicht am gleichen Ort, mit den gleichen Menschen verbringst. Doch kein Tag ist wie ein anderer; genauso wie kein Mensch so wie ein anderer ist.

Die Raunächte sind eine Zeit der Innenkehr, des Inne-Haltens, und sie laden uns ein, tief in uns hinein zu sehen. In alten Zeiten war dies die dunkelste Zeit des Jahres und Licht war teuer. Es blieb unseren Ahninnen nicht anderes übrig, als sich mit sich selbst zu beschäftigen, zu reden, Geschichten zu erzählen, zu singen, zu lachen, zu „spinnen“ – im übertragenden Sinne. Denn während der Raunächte sollten alle Räder still stehen. Damit waren besonders die Spinnräder gemeint, um auch den Frauen des Haushalts, die das ganze Jahr über emsig und deren Hände immer in Bewegung waren, eine Pause zu gönnen. Kannst du dir vorstellen, was sie sich für das nächste Jahr, den Sommer, die hellen Nächten gewünscht haben?

Vielleicht magst du in der Verbindung zu den Frauen deiner Familie bleiben, wenn du heute den nächsten Wunsch ziehst. Vielleicht magst du etwas von der Energie dieses Wunsches in deine Ahnenlinie schicken. Vielleicht magst du ihn verbrennen – oder aufheben. Er wirkt für den FEBRUAR.

Der Februar ist der letzte Wintermonat. Noch ist alles still draußen – auch wenn sich in der Erde schon die ersten Samen bewegen, erwachen und dennoch weiter in der Dunkelheit verharren, denn sie wissen: noch ist ihre Zeit nicht gekommen.

Und:

Komische Frage? Das Wetter war tatsächlich etwas, mit dem vor Jahrhundersten auch orakelt wurde. Sonnenschein, Nebel, Regen, Eis, Sturm … Was verbindest du mit der heutigen Wetterlage (für den Februar)?

Ich bin gespannt, was du mit der Karte heute verbindest?

Schildkröte