Reflektieren und sortieren

Halten und heilen …

<< Unsere Kontemplation ist aber nicht nur ein Recht und eine Pflicht, sondern zugleich ein hohes Bedürfnis; sie ist unsere Freiheit mitten im Bewußtsein der enormen allgemeinen Gebundenheit und des Stromes der Notwendigkeiten.>>
Jacob Burckhardt (Schweizer Humanist und Kulturhistoriker, 1818 – 1897)

Frage dich zunächst, worauf du deinen Fokus lenken möchtest.

  • Was möchtest du mit der Reflexion erreichen?
  • Welche Frage möchtest du dir beantworten?
  • Worüber möchtest du dir klar werden?
  • Was ist dir in diesem Prozess wichtig?

Du hast in den letzten Tagen so Einiges erinnert, (wieder-) gefunden, aufgeschrieben und festgehalten, das dich im vergangenen Jahr besonders beeindruckt, beschäftigt oder berührt hat. Du hast es wirken lassen, das eine oder andere Warum entdeckt, deine Gefühle erforscht und dich mit deinen Bewertungen auseinandergesetzt. Vielleicht siehst du auch schon Wiederholungsschleifen und Muster.

Achtung: Falls dein Kopf jetzt sagt: „Ja, aber – vielleicht habe ich etwas übersehen oder das, was ich aufgeschrieben habe, war gar nicht wichtig. Da ist doch noch etwas ganz anderes gewesen. Kann ich noch mal zurückgehen und das ändern?“ NEIN! Vertraue auf das, was dir dein Unterbewusstsein in den letzten Tagen geschickt hat, und bitte deinen Verstand um ein wenig Geduld – er wird seinen Einsatz bekommen.

Wir tun dies ganz bewusst mit dem Herzen und dem Verstand.

Bleibe achtsam, wenn du dir die Fragen durchliest. Kommt direkt eine Reaktion aus dem Herzen – oder auch aus dem Körper? Fühlst du irgendwo eine Verbindung? Poppt eine Erkenntnis einfach von irgendwo auf? Oder bemühst du deinen analytischen Geist (auch bekannt als dein Kopf, der zu so viel fähig ist) und stellst Zusammenhänge her? Alles darf sein. Alles soll sein. Nutze alles, was dir zur Verfügung steht – und ganz bewusst auch deinen Verstand.

Bitte nimm die Fragen als Anregungen oder Leitfaden. Vielleicht stellt sich dir eine ganz andere Frage oder du möchtest einen anderen Blickwinkel einnehmen, dich ganz gezielt mit nur einer Frage beschäftigen. Tue das. Du kennst dich selbst am besten. Vertrauen dir. Gehe in die Verantwortung.

Du findest die Reflexions-Anregungen auch als Arbeitsblatt.

> Welche Überschrift würdest du deinem Jahr 2023 spontan geben?
> Welche Muster, Wiederholungsschleifen oder auch Gegensätze erkennst du in dem, was dich in den einzelnen Monaten (in den Lebensbereichen, bezüglich deiner Werte …) beschäftigt hat?
> Was überrascht dich am meisten, wenn du jetzt deine Aufzeichnungen aus den letzten Tagen anschaust?
> Was möchtest du zukünftig ganz konkret ändern?
> Wofür hast du dich bisher viel zu wenig gefeiert und warum nicht? *
> Wer oder was hat im Jahr 2023 für dich einen echten Unterschied gemacht? **
> Welche große Frage ist weiterhin offen, was fühlt sich unerledigt an?
> Woran „knabberst“ du noch und was brauchst du, um dir vielleicht selbst zu vergeben?
> Welche Gefühle und Empfindungen waren besonders präsent und wie viel Raum möchtest du ihnen in Zukunft einräumen?
> Womit darf endgültig Schluss sein?
> Was wünschst du dir Neues?
> Was wäre das Schönste, das im neuen Jahr passieren kann?

* Feiere dich jetzt!
** Sage diesen Personen gerne danke!

Und dann atme einmal durch, lehn dich zurück, schließe die Augen –
genieße das Gefühl von Ruhe, Reinigung und Abschluss!

Salbeibündel

Über-denke bitte nichts von dem, was du aufgeschrieben hast. Lasse es in Ruhe und Frieden nachwirken. Spüre gerne immer wieder hinein. Was passiert in dir? Wie fühlst du dich?

Wir sehen uns am Donnerstag.
Dann feiern wir die Wintersonnenwende, die längste Nacht des Jahres, die Wiedergeburt des Lichts.
Ich freue mich so, dass du hier bist!