** Sich einlassen und hingeben **

VERTRAUEN
Als unsere jüngste Nichte zwei Jahre alt war, habe ich sie aus der Kita abgeholt und sie gefragt: „Wollen wir nach Hause gehen?“ Sie hat wortlos ihre kleine Hand in meine geschoben – vollkommen sicher, dass ich sie nach Hause bringe und auf sie aufpasse, auch wenn es eher ungewöhnlich war, dass ich sie abhole. Ihr Vertrauen ging so weit, dass sie an jeder Blume, jeder Einfahrt, jedem Auto stehen blieb, um sie ausgiebig zu untersuchen – vertrauend, dass wir ankommen, dass ihr nichts passiert.
DEFINITION
Was bedeutet VERTRAUEN für dich?
FRAGEN
- Wo spürst du Vertrauen in deinem Körper?
Wie fühlt es sich in deinem Körper an, wenn du vertraust? - Was ist für dich das Schlimmste an einem Vertrauens-Missbrauch?
Was macht es mit dir, wenn jemand dein Vertrauen missbraucht (hat)?
Welche Schlussfolgerungen ziehst du? Welche Konsequenzen hat ein Vertrauensbruch für dich?
Untersuche liebevoll, ob andere Reaktionen möglich wären. - Wo fällt es dir schwer, dir selbst zu ver-trauen oder dich zu trauen?
Wenn du behutsam hinein fühlst, kannst du in dir einen Auslöser dafür finden?
Was brauchst du, um dein Vertrauen in dich selbst zu stärken? - Wie sieht es aus / wie fühlt es sich an / wie verhälst du dich, wenn du vertraust?
Spiele gerne mit verschiedenen Situationen, Beziehungen und dem Leben im Allgemeinen. - Wenn du dir selbst und dem Leben 100% vertraust, was änderst du auf jeden Fall?
Anders formuliert: Wenn du wüsstest, dass dir nichts passiert, was änderst du?
Wie sieht das genau (so konkret und voller Details wie möglich) aus? - Da, wo es dir schwer fällt, zu vertrauen: Welcher kleine Schritt wäre dennoch möglich?
An welcher Stelle könntest du ein bisschen mehr vertrauen und eine winzige Kleinigkeit ändern?
Wenn dich jemand dabei unterstützen würde, was bräuchtest du von dieser Person / wer wäre das? Magst du sie/ihn darum bitten?
Oftmals möchten wir nichts lieber als vertrauen – und irgendwie geht es nicht. Wir reden von verlorenem Vertrauen oder dass wir unser Vertrauen wieder finden müssen. Liebe Frau, du kannst vertrauen – zu jeder Zeit! Es ist absolut immer möglich, zu vertrauen. Vertrauen (oder die Fähigkeit dazu) geht nicht verloren – niemals. Wir machen vielleicht Erfahrungen, in denen Vertrauen enttäuscht wird oder erschüttert, gebrochen oder sogar missbraucht. Und das ist schmerzhaft – ohne Frage. Was uns daran hindert, weiter oder wieder zu vertrauen, ist meistens nicht das, was passiert ist, sondern was wir uns dazu und drumherum erzählen, was wir daraus machen, welche Bedeutung wir dem geben. Gerade bei Erfahrungen, die wir als Kinder gemacht haben, dürfen wir liebevoll hinschauen und aus einer gesunden Erwachsenen-Sicht fragen: Stimmt das, was ich mir da erzähle (was ich damals geschlussfolgert habe)? Wenn jemand anderes diese Erfahrung gemacht hätte, hätte sie/er dem Ereignis zwingend die absolut gleiche Bedeutung gegeben?
